Skrupellos

Chapter 1 — Skrupellos

Der Champagner schmeckte nach Asche, als ich Friedrich von Aschbergs triumphierendes Grinsen sah. Er, der Erbe des größten Medienimperiums Deutschlands, hatte gerade meinen Vater aus dem Aufsichtsrat gedrängt, mit einer kalten, berechnenden Eleganz, die mir eine Gänsehaut über den Rücken jagte. Das war kein Schachzug, das war ein Dolchstoß – und er hatte ihn mit Vergnügen ausgeführt.

Ich, Sabrina Hesse, stand am Rande des glitzernden Saals des Grandhotel Atlantic in Hamburg, umgeben von den feinsten Anzügen und den teuersten Kleidern, aber fühlte mich so nackt und verwundbar wie noch nie. Mein Vater hatte sein Leben diesem Unternehmen gewidmet, und dieser skrupellose Bastard hatte es ihm genommen. Nicht aus Notwendigkeit, sondern aus purer Boshaftigkeit.

Unsere Familien waren seit Generationen Rivalen, ein erbitterter Kampf um Einfluss und Macht in der deutschen Medienlandschaft. Doch Friedrich hatte die Spielregeln geändert. Er spielte nicht mehr mit Ehre, er spielte, um zu vernichten. Und ich war fest entschlossen, mich zu rächen. Ich würde ihm alles nehmen, was ihm lieb und teuer war, bis er am Boden lag und bettelte.

Ich zwang mich zu einem Lächeln, während er auf mich zukam, sein dunkler Anzug wie eine Rüstung. Seine eisblauen Augen fixierten mich, ein Hauch von Spott darin. »Sabrina, mein Beileid«, sagte er, seine Stimme so sanft, dass sie fast wie eine Drohung klang. »Dein Vater war… ein würdiger Gegner.«

»Und du bist ein skrupelloser Verräter, Friedrich«, erwiderte ich, das Lächeln auf meinen Lippen gefroren. »Aber keine Sorge, ich werde dafür sorgen, dass du deine Entscheidung bereust.«

Sein Lächeln wurde breiter, ein gefährliches Funkeln in seinen Augen. »Ich freue mich darauf, es zu sehen, Liebes. Aber sei gewarnt, ich spiele nicht, um zu verlieren.« Er beugte sich vor, seine Lippen gefährlich nah an meinem Ohr. »Und ich liebe es, wenn Frauen verzweifelt werden.« Seine Worte waren ein Versprechen, eine Herausforderung, eine Kriegserklärung. Und ich, Sabrina Hesse, würde diesen Krieg annehmen. Mit allem, was ich hatte.

Später an diesem Abend, in meinem Apartment mit Blick auf die Elbe, erhielt ich einen Anruf. Eine anonyme Stimme, die mir Informationen über Hesses dunkle Geschäfte versprach, Informationen, die ausreichen würden, um ihn zu Fall zu bringen. Aber es gab einen Preis. Einen sehr hohen Preis. Und ich war mir noch nicht sicher, ob ich bereit war, ihn zu zahlen.