Gefährliches Verlangen

Chapter 1 — Gefährliches Verlangen

Das Blut schmeckte salzig auf meiner Zunge, ein schwacher Kontrast zu dem süßlichen Parfüm, das in der stickigen Luft hing. Panik bohrte sich wie ein Messer in meine Brust, als die Tür hinter mir ins Schloss fiel. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, ein verzweifelter Rhythmus in der Stille des Raumes.

Ich bin Sonja Adler, und bis vor einer Stunde war ich eine ganz normale Studentin. Jetzt bin ich die Gefangene von David Weiss, dem Weiss der Reeperbahn, einem Mann, dessen Ruf so düster ist wie die Gassen, die er kontrolliert.

Es begann alles mit einer Wette. Eine dumme, leichtsinnige Wette in einer verrauchten Bar in St. Pauli. Meine Freundin Sophie hatte mich herausgefordert, David Weiss anzusprechen. Ihn, den Mann, vor dem sich sogar die härtesten Türsteher verneigten. Ich, die schüchterne Sonja, sollte mit dem Teufel tanzen. Natürlich nur für ein paar Minuten. Ein paar Minuten, die mein Leben für immer verändern sollten.

Ich erinnere mich noch genau an seine Augen, so dunkel wie die Nacht und doch voller unberechenbarer Blitze. Er hatte mich gemustert, von Kopf bis Fuß, ein Raubtier, das seine Beute taxiert. Seine Stimme war tief und rau, als er mich ansprach. „Was verschafft mir die Ehre, Fräulein Adler?“

Meine Antwort, die ich mir so mutig ausgemalt hatte, war in meiner Kehle stecken geblieben. Ich hatte gestottert, gestammelt, und mich gefühlt wie ein kleines Mädchen vor einem riesigen, bedrohlichen Schatten. Trotzdem hatte ich die Wette gewonnen. Und David Weiss hatte mich mitgenommen. Nicht in ein schickes Restaurant oder eine seiner Luxusvillen, sondern in dieses dunkle, fensterlose Zimmer. Die Tür ist aus Stahl, die Wände kahl.

Ich versuchte, die Fassung zu bewahren. „Was wollen Sie von mir?“, fragte ich, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Er trat näher, sein Schatten fiel über mich wie ein Leichentuch. „Das wirst du noch früh genug erfahren, Sonja. Aber glaub mir, du wirst dich noch wünschen, du hättest diese Wette nie abgeschlossen.“

Seine Hand glitt langsam an meiner Wange entlang, ein eiskalter Hauch auf meiner Haut. Seine Augen fixierten mich, und ich spürte, wie eine kalte Angst in mir aufstieg. Dann beugte er sich vor und flüsterte mir ins Ohr: „Du gehörst jetzt mir.“